Lebendige Stolpersteine
Im Rahmen des Festivals „TIKWAH – Festival jüdischer Musik“ haben Regisseur Dor Aloni und Dramaturgin Katharina Rösch nach einer Idee der Regisseurin Sapir Heller mit „Lebendige Stolpersteine“ einen eindringlichen theatralen Spaziergang ...
durch die jüdische Geschichte Essens geschaffen.
Ausgangspunkt des Mehrstationen-Weges ist das Grillo-Theater, von dort führt der Rundgang vorbei an Stolpersteinen und Erinnerungsorten wie der ehemaligen Hirschland-Bank, dem Hotel Essener Hof, der Alte Synagoge, der Gedenkstätte „Stadtwunde“ und der Lichtburg, bevor die Inszenierung still und bewusst ohne Schlussapplaus im Grillo-Theater endet und Raum für Gespräche lässt.
Ausgestattet mit Kopfhörern werden die Zuschauerinnen und Zuschauer durch die Stadt geführt. An den einzelnen Stationen verleihen die Schauspielerinnen und Schauspielern Mansur Ajang, Lene Dax, Stefan Diekmann, Maddy Forst und Mathias Znidarec ehemaligen Essener Bürgerinnen und Bürgern Stimme und Gesicht. Dabei entstehen keine musealen Geschichtsbilder, sondern unmittelbare Begegnungen mit Lebensgeschichten, Hoffnungen und Verlusten. Die Verbindung aus dokumentarischem Erzählen, Schauspiel und Musik erzeugt eine intensive Atmosphäre, ohne jemals ins Pathetische abzurutschen. Gerade die mobile Form des Rundgangs verhindert, dass die emotionale Wucht überwältigend wird. Stattdessen entsteht eine konzentrierte Form des Erinnerns, die berührt und zugleich Raum zum Nachdenken lässt. Die begleitenden Texte und die jüdische Musik verweben Stadtgeschichte mit persönlichem Schicksal und machen den Verlust einer einst lebendigen jüdischen Kultur in Essen schmerzhaft spürbar. Dabei richtet sich der Blick nicht ausschließlich auf jüdische Opfer, sondern auch auf andere vom NS-Regime verfolgte Menschen.
Besonders stark ist, dass „Lebendige Stolpersteine“ Erinnerung nicht als abstrakte historische Pflicht behandelt, sondern als etwas Gegenwärtiges und Aktives erfahrbar macht. Die Zuschauer bewegen sich buchstäblich durch die Geschichte ihrer eigenen Stadt und entdecken Orte neu, an denen sie sonst vielleicht achtlos vorbeigegangen wären. Gerade dadurch entfaltet die Vorstellung seine nachhaltige Wirkung.
In Zeiten eines zunehmenden Rechtsradikalismus und antisemitischer Tendenzen sowie wachsender gesellschaftlicher Polarisierung wirkt dieses Projekt wichtiger denn je. Es zeigt, wie Theater Erinnerungskultur lebendig halten kann — nicht belehrend, sondern unmittelbar, emotional und nahbar. Vor allem für jüngere Menschen bietet diese Form des „Geschichtsunterrichts“ einen Zugang, der eindringlicher ist als reine Wissensvermittlung. Der mobile, multimediale Spaziergang vermittelt Geschichte niedrigschwellig, ohne belehrend zu wirken. „Lebendige Stolpersteine“ ist deshalb nicht nur Theater, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur kulturellen und gesellschaftlichen Erinnerungskultur in Essen.
Sigrid Riemer
Mai 2026
Lebendige Stolpersteine
Ein theatraler Gang durch die jüdische Geschichte Essens
Schauspiel | Ein Projekt von Sapir Heller
Produktion im Rahmen des Festivals "TIKWAH", Festival für jüdische Musik
Lebendige Stolpersteine
Im Rahmen des Festivals „TIKWAH – Festival jüdischer Musik“ haben Regisseur Dor Aloni und Dramaturgin Katharina Rösch nach einer Idee der Regisseurin Sapir Heller mit „Lebendige Stolpersteine“ einen eindringlichen theatralen Spaziergang ...
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Grillo-Theater Essen
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Juni 2026
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Schauspiel | Ein Projekt von Sapir Heller
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Im Rahmen des Festivals „TIKWAH – Festival jüdischer Musik“ haben Regisseur Dor Aloni und Dramaturgin Katharina Rösch nach einer Idee der Regisseurin Sapir Heller mit „Lebendige Stolpersteine“ einen eindringlichen theatralen Spaziergang ...
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