Happy End (keine Garantie)
Schauspiel | b.a.r. im Th. Oberhausen
Einfach mal alles gut ausgehen lassen – klingt überschaubar. Ist es aber nicht. Drei Menschen haben sich vorgenommen, genau das zu tun: gegen alle Widrigkeiten die Dinge in Ordnung zu bringen. Streit schlichten, Krisen beenden, Ungerechtigkeiten beseitigen, vielleicht sogar das große Ganze ein bisschen reparieren. Ein Happy End – für alle. Nicht als gefühlte Wahrheit, sondern als konkrete Maßnahme. Dafür braucht es einen Plan. Und Entschlossenheit. Und, nun ja, eine Situation, die den nötigen … Druck erzeugt. Also wird telefoniert, verhandelt, gefordert. Zuständigkeiten werden festgelegt, Listen erstellt, Möglichkeiten durchgespielt. Doch je konkreter das Vorhaben wird, desto brüchiger erscheint es. Welche Forderung zuerst? Wer entscheidet was? Und wie war noch gleich die Nummer? Und ist der zu grabende Fluchttunnel wirklich die beste Idee? Beherzt arbeiten sich die drei durch ihre eigene Konstruktion – und verheddern sich dabei zunehmend.
Felix Krakau entwirft in Happy End (keine Garantie) ein ebenso verspieltes wie ernsthaftes Szenario über unsere urmenschliche Sehnsucht, dass sich alles zum Guten wenden möge. Mit trockenem wie rührendem Humor und genauer Beobachtung zeigt er drei zärtliche Aktivist:innen, die an der Welt verzweifeln – und trotzdem oder gerade deshalb nicht aufhören, sie verbessern zu wollen. In einer Zeit, in der Lösungen dringend gebraucht werden und zugleich immer unerreichbarer scheinen, halten sie an der Idee fest, dass es besser sein könnte. Eben ein Happy End für alle – allerdings ohne Garantie.
Dramaturgie: Saskia ZinsserKrys
(Theater Oberhausen)