Caligula
Schauspiel | Albert Camus | Theater Oberhausen
Der römische Kaiser Gaius Caesar Augustus Germanicus, genannt Caligula, unterdrückt Volk und Senatoren mit radikaler Willkür. Die Bürger:innen werden zugunsten des Staatsschatzes enteignet und hingerichtet. Er drangsaliert und demütigt seinen eigenen Machtapparat, tötet die Väter und Söhne der Angehörigen – seine Todesurteile erfolgen spontan und aus purer Experimentierfreude. In seinem manischen Exzess der Macht ist sich niemand mehr seines nächsten Schrittes oder seines Überlebens sicher. Doch was hat den jungen Imperator zu diesem Tyrannen gemacht?
Es ist der Tod seiner geliebten Drusilla, der Caligula auf die folgenreiche Erkenntnis stößt: „Die Menschen sterben, und sie sind nicht glücklich.“ Die Sterblichkeit ist ein Gesetz, dem jeder Mensch unterliegt, ganz gleich, über wie viel Machtfülle er verfügt. Selbst die größten Diktatoren sterben, verschwinden von der Weltbühne. Was nützen ihm also Kunst, Literatur oder die Herrschaft über das größte Reich der Geschichte? In Caligula, einstige Hoffnung des römischen Reiches, breitet sich eine pechschwarze Leere aus. Sein Streiten um eine bessere Welt kippt in eine wahngetriebene Jagd nach dem unerreichbaren Mond, ein radikales Ausleben von Freiheit und eine Machtorgie.
Der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus nannte sein erstes Stück selbst eine „Tragödie der Erkenntnis“ und verbindet darin das Politische mit dem Existenziellen.
Mit ihrer eindrücklichen Inszenierung von Die Brücke von Mostar bewies Anne Bader bereits ihr Gespür für Figuren und große Bilder. Mit ihrem Team wird sie für Caligula zum zweiten Mal am Theater Oberhausen gastieren.
Deutsch von Uli Aumüller
Regie: Anne Bader
(Theater Oberhausen)
Theater Oberhausen
Willi-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen
Haltestelle Marienkirche: Buslinie 122; Haltestelle
Rathaus: Linie 957, Linie 185, Linie CE 94; Linie 143,
Linie 983, Nachlinie NE003
Caligula
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