Alexi; Mercier; Duclos
© Costin Radu
„Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“
Tanz
Michelle DiBucci
Uraufführung am 14. Februar 2015

Ballettoper nach dem Werk „LEBEN? ODER THEATER?“ von Charlotte Salomon
Choreografie und Inszenierung: Bridget Breiner

Eine Koproduktion mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf

„Heben Sie das gut auf, es ist mein ganzes Leben“. Mit diesen Worten übergab die deutsch-jüdische Malerin Charlotte Salomon kurz vor ihrer Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz ihr Werk „Leben? Oder Theater?“ einem französischen Arzt. Dadurch wurde eine Arbeit gerettet, die in der Geschichte der Kunst einmalig ist: eine Autobiografie in 769 Gemälden mit Begleittexten, Szenenanweisungen und Hinweisen auf Musikstücke, erdacht als ein „Singspiel“. Der Tod spielte in der Familiengeschichte der Salomons eine wichtige Rolle, die Künstlerin selbst fand sich davon verfolgt. Als Tochter jüdischer Eltern 1917 in Berlin geboren, bekam Charlotte Salomon bereits im Schulalter die antisemitischen Anfeindungen in Deutschland zu spüren. Der Selbstmord ihrer Mutter 1926, die Flucht zu ihren Großeltern 1939 und schließlich die Internierung 1940 veränderten ihr Leben nachhaltig und brachten die Künstlerin an den Rand des Wahnsinns. Erst die Wiederaufnahme ihrer malerischen Tätigkeit half der erst 23-jährigen Charlotte Salomon, das Schicksal ihrer Familie und die Erlebnisse ihres Lebens kreativ zu verwerten und durch diesen künstlerischen Umgang Distanz dazu zu gewinnen. In einer fast rauschhaften Arbeit von nur zwei Monaten fügte sie ausgewählte Episoden und Erinnerungen ihres Lebens zu einem Zyklus von Szenen in Gemälde und Text und schuf damit ein einzigartiges Werk in der Kunstgeschichte.

Das Werk Charlotte Salomons ist seitdem in verschiedenen Ausstellungen und Dokumentarfilmen geehrt und rezipiert worden. Mit „Der Tod und die Malerin“ werden nun zum ersten Mal der biografische und der bildnerische Teil des Gemälde-Zyklus‘ in einem Gemeinschaftsprojekt des MiR mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen als theatrales Gesamtwerk zu sehen sein. Ballettchefin Bridget Breiner erweckt die in Bild und Text festgehaltenen Emotionen, Ängste, Überlegungen und Hoffnungen der im Alter von nur 26 Jahren in Auschwitz ermordeten Künstlerin tänzerisch zum Leben. In der Komposition der amerikanischen Komponistin Michelle DiBucci, begleitet von einem 16-köpfigen Kammerorchester, machen die 14 Tänzer des Ballett im Revier und 6 Sänger des Gelsenkirchener Musiktheaters den beeindruckenden, alle künstlerischen Disziplinen überspannenden Lebenskosmos Charlotte Salomons in seiner Gesamtheit sinnlich fassbar.

„Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“, angelehnt an ein Gedicht von Matthias Claudius, umfasst sowohl das Musiktheaterwerk als auch die Ausstellung ausgesuchter Gemälde Charlotte Salomons im K21 (Ständehaus) Düsseldorf. Die Ballettoper wird nach ihrer Uraufführung im MiR im K21 (Ständehaus) in unmittelbarer Nähe zur zeitgleich stattfindenden Ausstellung gespielt.
(Musiktheater im Revier Gelsenkirchen 2014/15)

Musikalische Leitung: Valtteri Rauhalammi
Ausstattung: Jürgen Kirner
Videodesign: Daniel Hengst

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